Russisch

 

Gebet des heiligen Ambrosius, Bischofs von Mailand, für die Priester, welche sich zur Zelebration und Kommunion bereiten

Höchster Priester und wahrer Bischof Jesus Christus, der du dich dargebracht hast Gott dem Vater als reines und unbeflecktes Opfer auf dem Altare des Kreuzes für uns Elende und Sünder, und da du uns dein Fleisch zu essen und dein Blut zu trinken gegeben und jenes Geheimnis in der Kraft deines Heiligen Geistes eingesetzt hast, sprechend: So oft ihr dieses tut, sollt ihr es zu meinem Gedächtnis tun: ich bitte dich durch dieses dein Blut, den großen Preis unseres Heiles, ich bitte dich durch deine wunderbare und unaussprechliche Liebe, mit welcher du uns Elende und Unwürdige so zu lieben geruht hast, daß du uns von unsern Sünden in deinem Blute rein gewaschen hast, lehre mich, deinen unwürdigen Knecht, den du unter deinen übrigen Geschenken sogar zu dem priesterlichen Amte zu berufen geruht hast, ohne meine Verdienste, sondern allein durch die Würdigung deiner Barmherzigkeit; lehre mich, bitte, durch deinen heiligen Geist, das so große Geheimnis mit jener Scheu und Ehrerbietung, mit jener Andacht und Ehrfurcht zu behandeln, wie es sich gebührt und geziemt. Laß mich durch Deine Gnade über das so große Geheimnis immer das glauben und erkennen, meinen und festhalten, sagen und denken, was Dir gefällt und meiner Seele nützt. Dein guter Geist möge eintreten in mein Herz, und möge dort tönen ohne Ton und ohne Geräusch von Worten reden alle Wahrheit von so großen Mysterien, welche sehr tief sind, und mit heiligem Schleier bedeckt. Wegen Deiner großen Milde verleihe mir, die Feier der Messe mit reinem Herzen und lauterer Seele zu vollziehen. Befreie mein Herz von unreinen und frevelhaften, eitlen und schädlichen Gedanken. Beschirme mich durch die fromme und treue Obhut und den starken Schutz Deiner seligen Engel, auf daß die Feinde aller Guten bestürzt weichen mögen. Durch die Kraft des so großen Geheimnisses und durch die Hand Deines heiligen Engels vertreibe von mir und von all deinen Knechten den harten Geist des Hochmutes und der Ehrsucht, des Neides und der Gotteslästerung, der Unkeuschheit und Unreinigkeit, des Zweifels und Kleinglaubens. Zuschanden mögen werden, die uns verfolgen, zu Grunde gehen jene, die da eilen, uns zu verderben!
König der Jungfräulichen, und Liebhaber der Reinheit und Keuschheit, mit dem himmlischen Tau deines Segens lösche aus in meinem Körper die Glut der heißen Begierde, auf daß in mir bleibe die vollständige Keuschheit des Leibes und der Seele. Töte in meinen Gliedern die Reizungen des Fleisches und alle begehrlichen Regungen, und gib mir wahre und fortwährende Keuschheit mit Deinen übrigen Gaben, welche Dir in Wahrheit wohlgefallen; damit ich das Opfer des Lobes mit keuschem Körper und reinem Herzen Dir darzubringen vermag. Denn mit wie großer Zerknirschung des Herzens und Tränenflut, mit wie großer Ehrerbietung und Furcht, mit wie großer Keuschheit des Leibes und Reinheit der Seele ist jenes göttliche und himmlische Opfer zu feiern, wo Dein Fleisch in Wahrheit empfangen, wo Dein Blut in Wahrheit getrunken wird, wo das Niedrigste mit dem Höchsten, das Irdische mit dem Göttlichen verbunden wird, wo anwesend ist die Gegenwart der heiligen Engel, wo Du bist, als Opfer und Priester wunderbar und unaussprechlich eingesetzt!
Wer wird würdig dies feiern können, wenn nicht Du, allmächtiger Gott, den Darbringenden würdig machst? Ich weiß, o Herr, und weiß in Wahrheit, und bekenne es Deiner Güte, daß ich nicht würdig bin, hinzutreten zu dem so großen Geheimnis wegen meiner vielen Sünden und unendlichen Nachlässigkeiten. Aber ich weiß, und glaube wahrhaftig aus meinem ganzen Herzen, und bekenne mit dem Munde, daß du mich würdig machen kannst, da du allein kannst rein machen den aus unreinem Samen Empfangenen, und aus Sündern Gerechte und Heilige. Durch diese deine Allmacht bitte ich dich, mein Gott, daß du mir Sünder verleihen mögest, dieses Opfer zu feiern mit Furcht und Zittern, mit Herzensreinheit und Tränenquelle, mit geistiger Fröhlichkeit und himmlischer Freude. Meine Seele möge empfinden die Süßigkeit Deiner seligsten Gegenwart, und den Schutz Deiner heiligen Engel in meiner Umgebung!
Denn ich, o Herr, eingedenk Deines verehrungswürdigen Leidens, trete hin zu Deinem Altare, obwohl ein Sünder, damit ich dir darbringe das Opfer, welches Du eingesetzt und vorgeschrieben hast, darzubringen zum Andenken an Dich und zu unserm Heile. Nimm es auf, bitte ich, höchster Gott, für Deine heilige Kirche und für Dein Volk, welches Du mit Deinem Blute erworben hast. Und da Du gewollt hast, daß ich Sünder zwischen Dir und Deinem Volke ein Mittler sei, so weise, wenn Du auch in mir das Zeugnis eines guten Werkes nicht findest doch den mir anvertrauten Dienst der Versöhnung nicht zurück, und laß nicht durch mich Unwürdigen den Preis der Erlösung derjenigen zu Grunde gehen, für welche Du geruht hast, das Schlachtopfer des Heiles und die Erlösung zu sein. Ich bringe auch vor, o Herr, wenn Du geruhen willst, versöhnt herabzuschauen, die Bedrängnisse der Leute, die Gefahren der Völker, die Seufzer der Gefangenen, den Jammer der Waisen, die Nöte der in der Fremde Wandernden, die Trübsal der Kranken, die Verzweiflung der Trauernden, die Schwäche der Greise, die Seufzer der Jünglinge, die Gelübde der Jungfrauen, das Wehklagen der Witwen!
Denn du erbarmest Dich aller, o Herr, und hassest keines Deiner Geschöpfe. Erinnere Dich, welches unser Wesen ist: Weil Du unser Vater bist, weil Du unser Gott bist, so mögest Du nicht so sehr zürnen, und nicht die Fülle Deiner Erbarmungen über uns zurückhalten. Denn nicht auf unsere Rechtfertigung hin breiten wir unsere Bitten vor deinem Angesichte aus, sondern auf deine vielen Erbarmungen hin. Nimm hinweg von uns unsere Ungerechtigkeiten, und zünde das Feuer des heiligen Geistes in uns voll Milde an. Nimm hinweg das steinerne Herz von unserm Fleische, und gib uns ein Herz von Fleisch, daß Dich liebe, Dir zugetan sei, Dich erfreue, Dir folge, Dich genieße. Wir bitten, o Herr, Deine Milde, daß Du geruhen wollest, mit huldvollem Blicke auf Dein Erbe, welches des Dienstes Deines heiligen Namens wartet, zu schauen, und damit Niemandes Gebet und Niemandes Flehen verworfen werde, das Verlangen Niemandes vergeblich sei, so gib Du selbst uns die Bitten ein welche Du selbst versöhnt zu hören und erhören begehrst !
Wir bitten Dich auch, Herr, heiliger Vater, für die Geister der verstorbenen Gläubigen, auf daß dieses große Sakrament der Liebe ihnen sein möge Heil, Gesundheit, Freude und Erquickung. Herr, mein Gott! Es sei ihnen heute gewährt das große und vollkommene Gastmahl von Dir, dem lebendigen Brote, der Du vom Himmel herabgekommen bist, und der Welt das Leben gibst, von Deinem heiligen und gesegneten Fleische, nämlich des unbefleckten Lammes, der Du trägst die Sünden der Welt, (von Deinem Fleische), das von dem heiligen und ruhmvollen Schosse der seligen Jungfrau Maria genommen und von dem Heiligen Geiste empfangen ist; und von jener Quelle der Liebe, welche durch den Speer des Kriegsmannes aus Deiner hochheiligen Seite hervorströmte; auf daß sie, davon erquickt und gesättigt, erfrischt und getröstet, jubeln mögen in Deinem Lobe und in Deiner Verherrlichung. Ich bitte Deine Milde, o Herr, daß herabsteige über das Brot, welches Dir geopfert werden soll, die Fülle deiner Segnung und die Heiligung deiner Gottheit. Herabsteige auch, o Herr, jene unsichtbare und unbegreifliche Majestät Deines Heiligen Geistes, sowie sie einst auf die Opfer der Väter herabstieg; er möge auch unsere Darbringungen zu deinem Leibe und Blute machen, und mich unwürdigen Priester lehren, das so große Geheimnis zu behandeln mit Reinheit des Herzens und Andacht der Tränen, mit Ehrerbietung und Zittern, so daß Du wohlgefällig und gnädig annehmen mögest das Opfer von meinen Händen zum Heile aller, sowohl der Lebenden als auch der Verstorbenen!
Ich bitte Dich auch, o Herr, durch dasselbe hochheilige Geheimnis Deines Leibes und Blutes, durch welches wir täglich in Deiner Kirche gespeist und getränkt werden, rein gewaschen und geheiligt und der einen, höchsten Gottheit teilhaftig gemacht werden, gib mir Deine heiligen Kräfte, damit ich, mit ihnen erfüllt, mit gutem Gewissen zu deinem heiligen Altare hintreten möge, so daß diese himmlischen Sakramente mir werden zum Heile und Leben. Denn du hast gesagt mit deinem heiligen und gepriesenen Munde: Das Brot, welches ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt: Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgestiegen bin; wenn jemand essen wird von diesem Brote, so wird er leben in Ewigkeit. Süßestes Brot, heile den Palast meines Herzens, auf daß ich empfinden möge die Zärtlichkeit deiner Liebe. Heile es von aller Trauer, auf daß ich keine Süßigkeit empfinden möge außer Dir. Hellschimmerndes Brot, das Du alle Erquickung und allen Wohlgeschmack hast, das Du uns immer stärkst und niemals in Dir abnimmst; speisen möge dich mein Herz, und von der Süßigkeit deines Wohlgeschmackes erfüllt werden das Innerste meiner Seele. Der Engel ißt Dich mit vollem Munde; essen möge Dich der in der Fremde pilgernde Mensch nach seiner Weise, damit er nicht ermatten möge auf dem Wege, erquickt durch eine solche Wegzehrung. Heiliges Brot, lebendiges Brot, reines Brot, das Du vom Himmel herabgestiegen bist, und der Welt das Leben gibst, komm in mein Herz, und reinige mich von aller Befleckung des Fleisches und Geistes. Tritt ein in meine Seele, heile und reinige mich innerlich und äußerlich. Sei der Schutz und das beständige Heil meiner Seele und meines Leibes. Treibe hinweg von mir die Feinde, welche mir nachstellen; zurückweichen mögen sie fern von der Gegenwart deiner Macht, auf daß ich außen und innen durch dich gestärkt, auf rechtem Stege zu deinem Reiche gelangen möge: wo wir nicht in Geheimnissen, wie es in dieser Zeit geschieht, sondern von Angesicht zu Angesicht Dich sehen werden, wenn Du übergibst das Reich dem Gott und Vater, und sein wirst Gott, alles in allem. Dann nämlich wirst du mich von Dir sättigen mit wunderbarer Sättigung, so daß mich nicht mehr hungert und dürstet in Ewigkeit. Der Du mit demselben Gott dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und herrschest durch alle Ewigkeit! Amen.

 

 

Bearbeitet und veröffentlicht von P. Benedikt Schneider